Motivation und Wille digital aktivieren? Thomas Röhler Javelin School – Tanhuvaara 2018

Als erfahrener Athlet, Speaker und Coach liebe ich die Arbeit mit motivierten Menschen. So auch am vergangenen Wochenende in der Thomas Röhler Javelin School in Tanhuvaara, im Osten Finlands. Am Sportzentrum trafen sich über 150 Begeisterte Sportler und Trainer um ihrer Speerwurf Begeisterung noch ein wenig frisches Wissen beizufügen. In 6 abwechslungsreichen Einheiten wurden Basics und vertiefende Aspekte des Speerwurfs in Praxis und Theorie zu betrachtet. In Gesprächen mit den Verantwortlichen kamen jedoch wichtige Zukunftsfragen auf.

Systeme im Wandel

Jeder weiß um die spezielle Rolle des Speerwurfs in Finland. Keihäs wie es im finnischen heißt. Seit hunderten Jahren werden Wissen und Passion in Familien und kleinen lokalen Clubs weitergegeben. Tradition im Finnischen Speerwurf wird groß geschrieben. Keine Frage, kamen doch unzählige Meister ihres Fachs aus dem nordischen Land.

Doch irgendwas hat sich über den Verlauf der Zeit geändert. Ganz große Erfolge bleiben aus. Talente geben verletzungsbedingt auf oder finden gar nicht den Weg in den doch kulturell so verankerten Speerwurf.

Medien werden wichtiger

Finnland hat auch heute die so wichtigen Vorbilder. Diese gezielt einzusetzen, fällt schwer, wohnt man doch unzählige waldige Kilometer entfernt, was eine Teamarbeit von oben nach unten deutlich erschwert.

Am Wochenende in Tanhuvaara haben Harro Schwuchow und ich versucht frische Wege aufzuzeigen. Nicht nur im Training. Sondern auch im Besonderen im Umgang mit den Talenten. Vor Ort und Online. Online?

Digitale Sportentwicklung

Ja, so manch 12 Jährige saß mit 2 mobilen Endgeräten am Rand um ihrem Umfeld vom Wochenende zu berichten. Kein unwichtiger Austausch im Sinne der digitalen Sportentwicklung. Es ist verständlich, dass so mancher Coach aus den 1950er oder 60er Jahren den Kontakt zu den neuen Talenten schleichend verliert und so ein Bruch in der so wichtigen Überlieferung der Speerwurf Passion entsteht.

Sport muss „sexy“ sein, Freude vermitteln, den Raum für soziale Anerkennung aufbauen und natürlich müssen im harten Trainingsalltag tolle Bilder entstehen.

Motivation und Wille anders aktivieren

So mancher Trainer berichtet seine Athleten seien früher doch viel mehr motiviert gewesen. Auch die Belastungsverträglichkeit sei ganz anders gewesen. Diskussionen zu inneren Antrieben werden geführt. Als internationaler Topathlet mit Herz beim Sport und Kopf im Marketing weiß ich, die Motivation ist auch bei den Jüngsten da, man muss sie nur anders aktivieren.

Workout allein im Wald mit dem Vater als Coach? Das war einmal und funktioniert im Einzelfall. Schon GutsMuts wusste: „Sport ist ein soziales Phänomen“. Wo sind die jüngsten sozial aktiv? In der Schule, ja, aber diese stellt auch international nur ein suboptimales modern leistungssportliches SetUp dar. Teams aller Ebenen, Vereine und Events sind da schon flexibler und können sich der gesellschaftlichen Dynamik anpassen. Dieser unterliegt auch der Speerwurf. Jagen und das Dorf ernähren, das war einmal.

Innovation trotz Tradition

Trainingsinhalte müssen zum Wettbewerb mit dem eigenen Wille anregen. Freude nach mehr trotz enormer Belastung. Das schafft unser Team aus Jena im JenJavelin Wurfzentrum seit nunmehr 2 Jahren – nachhaltig. Talente kommen um sich nach hartem Training hin und wieder sogar zu übergeben. Ja, freiwillig. Weil, es wieder cool ist so hart wie ein Olympiasieger zu schuften.

Alte Trainingsinhalte neu vermarkten

Crossfit – das klingt toll sagen die jungen Talente. Kreistraining, nein das mögen wir nicht. Bestes Beispiel dafür wie untercshiedlich eine Sache mit zwei Namen akzeptiert wird. Daraus müssen traditionelle Sportsysteme lernen und schnell umdenken. Freizeitangebote gibt es mehr als nur Sport im Verein. Meine Mission ist es hier tatkräftig mitzuhelfen. Sport muss nicht dem eGaming zum opfer fallen, der Ansatz ist falsch. Erstmal müssen wir verstehen warum es sich so gut entwickelt. Der Schlüssel ist wieder Anerkennung von Leistung. Und die Beginnt heutzutage schon beim Repost einer Instagram Story aus dem Training eines jungen Sportlers.

Kommunikation als Schlüssel

Feedback, das es wichtig ist wissen viele. Aber nur wenige setzen es gezielt ein. Mein Trainer war erschrocken wie wenig beim Athleten ankommt. Ganz egal wie Kommunikation kulturell verankert ist – Sport schreibt seine eigenen Gesetze. Entwicklung bedeutet Differenzieren. Wohin wollen wir uns entwickeln? Suchen A oder B in der Bewegung? Der Coach weiß es, das junge Talent nicht, woher. Also müssen wir austauschen, Emotionen koppeln  um voranzukommen.

 

 

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