Vorsprung durch innovatives Trainings-Tool

Speerwerfer Thomas Röhler holt sich über Beamer jedes Stadion auf die Leinwand in die heimische Trainingshalle. Der Olympiasieger verschafft sich so einen Vorteil gegenüber anderen Athleten, denn er trainiert in einer wettkampf-nahen Situation gezielt seine optische Orientierung. 

Jena, 21. Juni 2021: Thomas Röhler und sein Trainer Harro Schwuchow gelten schon lange als einfallsreich und innovativ, wenn es darum geht, neue Trainingsmethoden zu entwickeln. Jetzt ist dem JenJavelin Speerwurf Team Jena ein weiterer Coup gelungen: Mithilfe eines speziellen Beamers bringt Speerwerfer Thomas Röhler und sein Team Stadionatmosphäre in die Trainingshalle. 

„Von Oktober bis je nach Wetter März oder April werfen wir in der Halle Bälle gegen eine weiße Plane. Pro Trainingswoche sind das mal gut und gerne rund 500 Bälle, die ich auf die Leinwand werfe. Dabei ziele ich auf ein Fadenkreuz, was wir auf die Plane gemalt haben. Mein Trainer kam auf die Idee, einfach Bilder der Wettkampfstätten auf diese Plane zu projizieren, um so die optische Orientierung besser zu trainieren“, erklärt Thomas Röhler die Hintergründe. 

Partner Panasonic liefert technische Lösung 

Doch diese scheinbar simple Idee ließ sich nicht einfach so umsetzen: „Die Anforderungen an die Technik sind sehr speziell. Wir trainieren bei Tageslicht und werfen Bälle mit einem Gewicht von 300 Gramm bis 2 Kilogramm mit großer Geschwindigkeit und Druck gegen eine Plane. Auf der muss jedoch das Bild sehr gut zu sehen sein, damit wir uns optisch orientieren können“, erklärt Thomas. Den geeigneten Projektor dafür lieferte schließlich Panasonic. Das Unternehmen stellte einen leistungsstarken Beamer bereit, der bei Tageslicht qualitativ hochwertige Bilder der Wettkampfstätten auf die riesige Leinwand projiziert. Dafür musste die Linse entsprechend berechnet werden, denn die Projektionsfläche ist 3,50 Meter breit und 6 Meter hoch. Der Olympiasieger nutzt dieses innovative Trainings-Tool bereits seit einigen Monaten und ist begeistert: „Diese Anwendung ist völlig neu im Speerwurf und bringt mir sehr gute Trainingseffekte. Bekannt ist diese Art des Trainings zum Beispiel vom Golf.“

Jedes Stadion der Welt wird zum Trainingsort

Zu einer guten Speerwurftechnik gehört, sich im Stadion einen Fixpunkt zu suchen und diesen anzuvisieren. „Den Ball immer nur in eine Leinwand mit Fadenkreuz zu werfen, ist schon sehr weit weg von den realen Bedingungen. Mit diesem Tool holen wir das Stadion einfach in die Trainingshalle. Ich kann mir jedes Stadion dieser Welt auf die Leinwand projizieren und mich dort optisch orientieren“, macht Thomas den Mehrwert des Tools deutlich und ist überzeugt: „Ich kann mich auf jede Wettkampf-Situation besser vorbereiten, weil ich den Ort vor Augen habe. Ich bin bereits im Training optisch näher am Wettkampf-Wurf. Damit habe ich gegenüber anderen Sportlern einen Vorteil.“  So hat es das JenJavelin Speerwurf Team in Jena geschafft, die Einschränkungen beim Training und Wettkampfvorbereitung bedingt durch die Corona-Pandemie clever zu kompensieren. Egal ob Trainingslager, Europa- und Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele, mit diesem Tool holen sich die Speerwerfer in Jena jede Wettkampfstätte auf die Leinwand und verbessern ihre optische Orientierung. 

Immer wieder Routinen aufbrechen und das Leistungsniveau steigern

Abwechslung und öfter mal etwas Neues, das zeichnet das Training von Thomas Röhler aus. Schon in der Vergangenheit hat er zusammen mit seinem Trainer Harro Schwuchow neue Trainingsmethoden in seiner Sportart ausprobiert und inzwischen auch etabliert. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz der Slackline im Leistungssport – übrigens auch eine sehr effektive Methode, wenn es darum geht, Verletzungen vorzubeugen. Außerdem haben sie Elemente aus dem Cross-fit ins Leichtathletik-Training integriert – besonders im Wintertraining. „Wir versuchen immer wieder Routinen aufzubrechen, testen neue Sachen und adaptieren es für das Speerwurf-Training. Zudem arbeiten mein Team und ich auch an der Weiterentwicklung der Ausrüstung mit. Nur so bleiben wir auf einem hohen Leistungsniveau“, ist Thomas überzeugt.

Gerade für junge und noch unerfahrene Speerwerfer hat das neue Trainings-Tool einen großen Vorteil. Sie lernen in der heimischen Trainingshalle große Stadien visuell kennen und können sich bereits zu Hause auf Wettkampf-Situationen besser vorbereiten. „Wer zum ersten Mal in einem vollen Stadion steht, die Atmosphäre spürt und dann seine Leistung abrufen soll, für den kann die Situation schon erdrückend sein. Das Tool bereitet diese Athleten sehr gut vor auf das Live-Erlebnis unter Wettkampf-Bedingungen.“

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